Der Hufschmied ist da


Der Hufschmied ist da. Alle sechs bis acht Wochen kommt dieser zu den Pferden. Dabei ist das Beschlagen der Hufe nicht die einzige Aufgabe des Schmieds. Wie der Fingenagel beim Menschen, so wächst der Huf ständig. Dank der guten Kenntnisse über den Aufbau, Anatomie und Funktion des Hufes, kann der Schmied diesen entsprechend bearbeiten. So verhindert er Krankheiten bedingt durch z.B. Entzündungen oder Fehlstellung.

Der Werkstattwagen
Der Werkstattwagen

Heute reist der Schmied zumeist mit seiner Werkstatt zu den Pferdebesitzern. In den Wagen ist der komplette Arbeitsplatz eingebaut. Alles was zur Hufversorgung benötigt werden könnte, findet sich in dem Auto wieder.

Am Anfang wird das alte Eisen mit Nägeln entfernt. Im ersten Durchgang erfolgt eine Reinigung von allen Fremdkörpern und eine Hufinspektion. Dabei wird der Huf z.B. auf Hornveränderungen oder sichtbaren entzündlichen Veränderungen hin untersucht. Nun wird der Huf anschließend erst mit einer Beschneidezange bearbeitet. Dabei werden die Kanten abgekniffen. Anschließend erfolgt die Ausschneidung des Innenhufes mit einem Hufrinnmesser. Die Raspel wird anschließend verwendet, um noch kleinere Unebenheiten zu entfernen.

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Das Beschlagen eines Pferdes inclusive Vor- und Nachbereitungen der Hufe ist eine anstrengende Arbeit. Voller Körpereinsatz ist notwendig.

Die abgenommenen Eisen werden nachbearbeitet und anschließend im Gasofen zum Glühen gebracht. Sind sie richtig heiß, so werden sie auf den Huf aufgebrannt. Man nennt dieses Verfahren den Heißbeschlag. Der Vorteil zum Kaltbeschlag liegt darin, dass Unebenheiten weggebrannt werden, der Sitz der Nagellöcher geprüft, und auch die Passgenauigkeit des Eisen selbst noch einmal überprüft werden kann. Der Schmied kann jetzt sehen, ob das Eisen evtl. zu eng oder zu groß ist. Ggf. wird dieses nun noch nachgerichtet und nach dem Abkühlen aufgenagelt.

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Die Eisen werden nun mit dem Beschlaghammer aufgenagelt. Dafür gibt es spezielle Hufnägel, die Kantig und sehr spitz sind. Diese Spitze tritt oberhalb des Tragerandes am Huf wieder aus und wird mit der Hufbeschlagzange abgezwickt. Damit die abgezwickten Enden nicht stehen bleiben und schlimmstenfalls zu einer Verletzung führen können, wird erst mit einem Unterhauer eine kleine Mulde in das Horn eingebracht und der Nagelstumpf in dieser Mulde versenkt. Mit einer Feile werden abschließend alle verbliebenen scharfen Kanten oder Spitzen entschärft. Für diese Arbeiten verwendet der Schmied gerne einen speziellen Ständer, auf dem der Huf des Pferdes abgestellt wird.

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